Shootingurlaub in Frankreich
Nun es ist jetzt zwar bereits Winter, kurz nach Weihnachten. Aber ich möchte euch dennoch einen Einblick geben in meine Sommerferien, in die Shootingreise nach Frankreich mit Kathrin.
In meiner Kindheit, wenn wir mal in die Ferien gingen, ging‘s immer nach Frankreich. Und ja, ich habe mich in Frankreich verliebt. Es ist einfach so ein wunderschönes Land. Die alten Backsteinhäuser, die wilde, verwucherte Landschaft – ein Traum. Klar ich liebe auch unsere schöne, saubere und moderne Schweiz. Aber in Frankreich gibt es an jeder Ecke wundervolle Plätze für Fotoshootings. Nicht alles so modern und aufgeräumt sondern vieles heruntergekommen und verwildert. So jetzt ist aber fertig mit der Schwärmerei. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, warum ich mir darum schon länger wünschte, einfach mal mit einem Model durch Frankreich reisen und spontan Shootings machen, wo es und gerade passt.
Kathrin stand schon einige Male vor meiner Kamera und irgendwie sind schon ein richtig gutes Team geworden. Deshalb fragte ich sie, ob sie L:ust hätte auf eine Shootingreise nach Frankreich. Ich bin so happy, hatte sie zugesagt. Nun mein Ziel war es eigentlich in ganz Frankreich herumzureisen. Da Kathrin kein Urlaub machen und nur ein paar Tage frei nehmen konnte und ich wegen ein paar Fotoaufträgen eingeschränkt war, ergab es sich das wir nur 3 Tage verreisen konnte. Und somit auch nicht durch ganz Frankreich reisen konnte. Aber halb so schlimm, es hat in diesen wenigen Tagen schon mehr als genug Bilder gegeben 😉
- Tag:
Los gings am 6. August, Sonntagmorgens früh. In einem Zug quer durch die Schweiz an unser erstes Ziel die Fohlenweide in der Nähe von St. Amour in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Kurz vor Mittag haben wir fast unser Ziel erreicht. Nur eigentlich sollten wir noch Lebensmittel einkaufen für unser Mittag- und Abendessen. Aber es ist doch Sonntag? Hmm, phu Glück gehabt, in Lons-le-Saunier hatte noch ein Laden offen. Mit dem Proviant im Gepäck meisterten wir noch das letzte Stuck Auto fahrt. Auf der Fohlenweide angekommen, wurde zuerst mal Zmittag gegessen. Am Nachmittag machten wir uns auf einen Spaziergang um den Hof, um die besten Locations zusammen zu suchen. Denn bis zum perfekten Licht, als kurz vor Sonnenuntergang, waren es noch ein paar Stunden. Zuerst ging’s zum Weiher im Wald, weiter zum verlassenen und eingestürzten Haus. Danach liefen wir der Weide entlang. Da wir früher immer hierhin in den Ferien waren, kannte ich die Umgebung bereits. Doch an einer Ecke der Weide machten wir einen besonderen Fund, wir trauten unseren Augen kaum: Ein alter heruntergekommener Renault-Bus stand da. Perfekt geeignet für uns zum Fotografieren. Jetzt war ich doch schon so viele Male hier, aber auf dieses Schmuckstück war ich vorher noch nicht gestossen.
So hatten wir schon mal unsere erste Location für’s Shooting am Abend. Am Nachmittag ist jeweils Shootingpause, denn dann ist das Licht nicht so optimal zum Fotografien. Weiter ging’s um die ganze Weide herum, wo wir noch weiter spannende Fleckchen fanden. Als wir zurück waren auf dem Hof, wurden wir eingeladen noch die weiteren Fohlengruppen zu besuchen. Denn die Fohlen sind in der Umgebung auf verschieden Weiden untergebracht.
Auf der zweiten Weide mussten wir die Pferde richtiggehend suchen. Ok, die Weiden sind auch riesig gross. Also liefen wir los über die ganze Weide, doch kein Fohlen weit und breit. Plötzlich kam eine sumpfige stelle und was passiert mir? Genau, ich stehe voll hinein, dass der ganze Schuh voller Schlamm ist. Naja, was solls… Einige Meter weiter, ziemlich am anderen Ende der Weide fanden wir dann endlich die Fohlen. Sie hatten sichtlich Freude, dass sie Besuch bekamen. Da ist einem schon eine Moment murmlig wenn einem ca. 15 Pferde inmitten auf der Weide auf einen zu laufen. Und sie schmusten uns ab, so zutraulich waren sie. Da Kathrin auch keine Angst vor den Pferden hatte, kam ich auf die Idee, dass wir eigentlich auch ein Pferdeshooting machen könnten. In diesem Bereich der Weide, wo die Pferde waren, wäre auch perfekt als Location, vor allem im Morgenlicht. Also stand für uns auf dem Programm, dass wir am nächsten Morgen an diesem Ort ein Pferdeshooting machen werden.
Zurück vom Besichtigung der Weiden mit den Fohlen, wurde auf offenem Feuer grilliert und gemütlich zu Abend gegessen. Und dann war es endlich so weit, dass die Sonne nicht mehr so hoch am Himmel stand und wir uns endlich aufmachen konnten zum Fotografieren. Zu allererst stand ganz klar der Renault-Bus auf dem Programm. Und boa, die Location war einfach super. Auch hatten wir tolles Abendlicht erwischt. Wer schon mal ein Shooting bei mir hatte, wo das Licht auch mehr als perfekt war, weiss wie ich ausflippen kann, wenn das Licht, das Model und die Location einfach nur perfekt ist.
Da ich eine Brille trage, aber sie ungerne trage zum Fotografieren, habe ich sie an meinen Hosentaschen befestigt. Ich fragte mich da schon ob das gut kommt… Wir machten uns auf den Weg in den hinteren Teil der Weide. Etwas was ich sehr gerne mache ist, meine Models laufen lassen und nicht immer starr posen. Den in Bewegung kommt man nicht dazu, dass es gestellt aussieht.
Im hinteren Teil der Weide trafen wir auf die Pferde von dieser Weide. Und da sie gerade perfekt im Licht standen, musste sich Kathrin als Model mal kurz hinten anstellen 😉
Da die Fohlen nur mal kurz den Kopf hoben von der saftigen Wiese, kam nachher wieder Kathrin als Model zum Einsatz 😉
Sieht’s du das Pferd mit der Zebradecke? Dieses freche Ding ist uns nachher auf dem Weg nach vorne nachgezottelt wie ein Hund. Und auf dem Weg nach vorne fiel mir plötzlich auf, dass ich doch meine Brille nicht mehr an meiner Hosentasche hatte. Also los, mal die ganze Weide nach der Brille absuchen. Aber das ist ja wie die Suche der Nadel im Heuhaufen. Tja, so fanden wir meine Brille natürlich nicht wieder. Nun ja, halb so schlimm, ich sehe auch ohne Brille noch eingermassen gut. Trotzdem gut, dass Kathrin unsere Fahrerin auf unserer Reise war. Inzwischen ist die Sonne schon recht am Untergehen und alles leuchtete in wunderbarem goldenen Abendlicht. Einfach traumhaft. Es endstanden solche Bilder, wie ich sie schon so lange im Kopf hatte.
Na, da hat sich doch das Pferd mit der Zebradecke auf das Bild geschlichen. Findest du es?
Wir nutzen das Licht noch bis zur letzten Sekunde aus. Und bevor wir dann auch schon bald glücklich ins Bett hüpften, musste ich noch dieses letzte Bild schon mal kurz bearbeiten. Ich konnte einfach nicht abwarten. Aber nun los ins Bett, den am nächsten Tag müssen wir früh raus – noch bevor die Sonne aufgeht.
2. Tag:
Der Wecker holte uns noch vor Sonnenaufgang aus dem Schlaf. Denn wir wollte ja das beste Licht am Morgen nicht verpassen. Ohne Frühstück ging es los zu diesen verschmusten Pferden, auf deren Weide wir gestern waren. Da ich bei dieser Weide gestern ja voll in den Sumpf gestanden bin und meine Schuhe noch nicht trocken waren, war ich mit meinen Adiletten unterwegs. Mit Socken – denn es war doch noch recht frisch. Naja, egal es sah uns ja sowieso niemand.
Nun auf der Weide angekommen, waren die Pferde leider nicht am selben Ort, wie gestern Nachmittag. Schade, denn hier wäre das Plätzchen perfekt gewesen. So machte ich halt ein paar Fotos von Kathrin ohne Pferde. Leider waren die Ergebnisse nicht ganz, dass was wir erhofft haben, da zum einen auch die Pferden fehlten. Also entschlossen wir uns schon bald ins Städtchen St. Amour zu fahren. Wir mussten uns sowieso noch Frühstück besorgen und bis die Läden öffneten konnten wir die Zeit mit fotografieren vertreiben.
So liefen wir eine Runde durch das Städtchen und an jeder Ecke entdeckten wir eine schöne Location. Ob ein Garagentor, eine Hausfassade, ein Strässchen oder eine Treppe, alles so traumhaft idyllisch und schön. Und ein bisschen verwildert und verwuchert. Genauso wie ich’s mag. Kurz vor Öffnung des Warenhauses machten wir uns auf den Weg dorthin. Nur waren wir dann leider zu früh dort. Aber was fällt uns da als Zeitvertreib ein? Klar, wir fotografieren einfach auf dem Parkplatz des Warenhauses weiter.
Nachdem wir unser Frühstück gekauft hatten, gingen wir zurück in unsere Unterkunft und assen unser wohlverdientes Frühstück. Danach hiess es Koffern packen, denn unsere Reise ging weiter Richtung Norden. Unser heutiges Reiseziel: Villeberny. Auf dem Weg dorthin legten wir in Louhans einen Stopp ein. Den montags ist jeweils in Louhans ein riesengrosser Wochenmarkt. Von Tieren, über Lebensmittel, Haushaltsartikel bis Kleider, gibt’s dort kaum etwas was man nicht findet. So schlenderten wir durch den Markt und deckten uns mit frischen Früchte als Proviant für die Autofahrt ein. Kathrin kaufte sich zwei, drei neue Kleidchen, welche dann heute noch beim Shooten zum Einsatz kommen sollten. Nach dem Marktbesuch ging unsere Autofahrt weiter Richtung Norden. Nach fast 2 Stunden hatten wir unser Ziel Villeberny erreicht. Über Airbnb hatte ich uns als Übernachtung ein herziges, kleines Hüttchen ausgesucht.
Auf dem Hinweg haben wir in der Nähe wunderschöne Felder mit Strohballen entdeckt. Perfekt, denn ein Shooting auf einem Feld mit Strohballen stand schon lange auf meiner To Do-Liste. Nachdem wir uns eingerichtet, uns ausgeruht und zu Abend gegessen haben, stand die Sonne endlich nicht mehr so hoch am Himmel. Also los shooten. Bevor wir aber zum Feld mit den Ballen gingen, fuhren wir noch ein wenig in der Gegend umher mit Ausschau nach tollen Plätzchen. So kamen wir an einer Weide mit einem wunderschönen Tor vorbei. Und einige Meter weiter hatte es noch ein schönes Blumenfeld. Das Kleid, das Kathrin heute gekauft hatte, passte perfekt in die Kulisse hinein. Gleich daneben dieser Locations, führte eine Strasse vorbei. So wurden wir einige Male neugierig beobachtet von den Autofahrern. Auch die Kühe auf der anderen beobachteten uns. Die Kühe standen in wundervollem Gegenlicht. Aber jedes Mal wenn ich sie fotografieren wollten, drehten sie sich weg.
Bevor die Sonne bald unterging, machten wir uns auf den Weg zum Feld mit den Ballen. Traumhaft sah Kathrin auf diesem Feld aus mit dem Kleid. So entstand eine ganze Serie toller Bilder.
Schnell ging es und die Sonne war unten. Zeit uns auf den Weg zu unserer Unterkunft zu machen. Noch den Abend ein wenig vor unserem Hüttchen geniessen. Da kam der Hund von den Besitzern kurz vorbei und durfte auch gleich mal vor meine Kamera stehen.
Und bald schon war es wieder Zeit für ins Bett. In der Nacht begann es an zu regnen. Vorbei war es mit dem schönen Wetter.
3. Tag:
Heute ist der Tag unserer Rückreise. Und da es regnet, haben wir beschlossen, dass wir nach Dijon fahren. Klar auch bei Regen schöne Bilder machen. Da wir aber schon sehr viele Bilder im Gepäck haben, entschlossen wir uns den Tag mit Shoppen zu geniessen. Zuerst besuchten wir ein grosses Einkaufszentrum am Rande von Dijon. Nach einer Shoppintour, entschlossen wir uns noch kurz einen Abstecher in die Stadtmitte zu machen um auch noch was von der Stadt zu sehen. Ein kurzer Spaziergang durch die Stadt um noch ein paar Mitbringsel zu kaufen und dann ging es schon wieder auf den Heimweg.